Was sich 2019 geändert hat
Vor dem Geldspielgesetz war Online-Poker in der Schweiz nicht erlaubt, und Schweizer Spieler sassen bei internationalen Räumen. Seit Inkrafttreten dürfen konzessionierte Spielbanken Poker online anbieten — mit derselben Konstruktion wie bei allem anderen: Die Konzession hängt an einem Haus aus Stein.
Ausländische Räume stehen auf der Sperrliste. Das Spielen dort ist für Sie nicht strafbar, aber es gilt alles, was unter ausländische Casinos steht: keine Schweizer Aufsicht, keine Beschwerdestelle, und Gewinne sind steuerbar statt steuerfrei.
Die Frage der Liquidität
Ein Pokerraum lebt von besetzten Tischen. In einem Markt von acht Millionen Menschen, aufgeteilt auf mehrere Anbieter, ist das die zentrale Schwierigkeit. Praktisch heisst das: Abends zwischen 20 und 23 Uhr finden Sie Tische, tagsüber oft nicht. Bei den kleineren Limits ist die Lage besser als bei den hohen, weil dort schlicht mehr Leute sitzen.
Die Frage bei Schweizer Online-Poker ist selten, ob ein Anbieter gut ist. Sie ist, ob um diese Uhrzeit jemand am Tisch sitzt.
Einzelne Anbieter haben sich internationalen Liquiditätspools angeschlossen, was das Problem entschärft. Ob und mit wem, steht in den Turnierbedingungen und ändert sich gelegentlich.
Cash Game und Turnier
- Cash Game. Chips entsprechen echtem Geld, Sie steigen ein und aus, wann Sie wollen. Der Rake liegt meist bei fünf Prozent des Pots mit einer Obergrenze.
- Sit-and-Go. Startet, sobald genug Leute da sind. Fester Einsatz, feste Preisverteilung, gut planbar.
- Turnier mit Anmeldezeit. Grössere Felder, grössere Preise, längere Dauer. In der Schweiz oft mit garantierten Preispools, um Teilnehmende anzuziehen.
Videopoker ist etwas anderes
Videopoker ist kein Spiel gegen andere Personen, sondern ein Automat mit Pokerhänden und fester Auszahlungstabelle. Der Hausvorteil ist bei guten Varianten sehr niedrig — bei optimaler Spielweise unter einem Prozent —, verlangt aber ebenso viel Lernaufwand wie die Blackjack-Grundstrategie. In der Kasse und bei den Bonusbedingungen wird Videopoker wie ein Automat behandelt, nicht wie Poker.

Was Poker von allem anderen unterscheidet
Sie spielen gegen andere Personen, nicht gegen das Haus. Der Anbieter verdient am Rake, unabhängig davon, wer gewinnt. Das ändert die Rechnung grundlegend: Ein guter Spieler kann langfristig gewinnen, was bei Roulette oder Automaten mathematisch ausgeschlossen ist. Es ändert allerdings nichts daran, dass die Mehrheit verliert — der Rake sorgt dafür, dass in Summe weniger herauskommt, als hineingeht.
Häufige Fragen
Darf ich bei internationalen Pokerräumen spielen?
Diese Räume stehen auf der Sperrliste. Strafbar machen Sie sich nicht, aber Sie verlieren die Schweizer Aufsicht und die Steuerbefreiung.
Sind Pokergewinne steuerfrei?
Bei einer konzessionierten Schweizer Spielbank ja, für Privatpersonen. Bei ausländischen Anbietern grundsätzlich nicht.
Wann sind die Tische besetzt?
Abends zwischen 20 und 23 Uhr, an Wochenenden auch früher. Tagsüber ist die Auswahl dünn.
Wie hoch ist der Rake?
Im Cash Game meist fünf Prozent des Pots mit Obergrenze, bei Turnieren als Aufschlag auf das Buy-in ausgewiesen.